Glutenunverträglichkeit – oft nicht erkannt

1 (19)Wegen Bauchschmerzen geht in der Regel kein Mensch zum Arzt. Kommt Durchfall hinzu, sind die meisten Menschen der Meinung, sie haben sich eine Darmgrippe eingefangen. Gehen die Beschwerden zurück, geraten sie leicht in Vergessenheit. War wirklich eine Darminfektion der Auslöser für Bauchschmerzen und Durchfall oder muss man die Ursache ganz wo anders suchen, beispielsweisen bei Gluten?

Wo kommen Gluten vor?

Gluten als Gluten kommt in der Natur nicht vor, lediglich die Bestandteile, die sich mit Feuchtigkeit zu Gluten verbinden. Hauptlieferant dieser Bestandteile ist Weizen; Urgetreide wie Gerste und Hafer verfügen nur über ein geringes Maß an diesen Bestandteilen. Gluten setzt sich aus Eiweißen von zwei Gruppen zusammen: der Prolamin- und Glutelin-Gruppe. Weizen enthält Glutenin und Gliadin.
Die im Getreide enthaltenen Eiweiße sind wichtig. Sobald sie mit Feuchtigkeit in Verbindung kommen, entsteht Gluten, das für das Backen von Brot und anderen Teigwaren notwendig ist.

Was ist Gliadin?

Gliadin ist ein Lektin, ein Glykoprotein, das meist in Pflanzen, aber auch in tierischen Lebensmitteln enthalten ist. Lektine haben die Gabe, sich an die Strukturen von Kohlenhydraten binden zu können. Sie sind sehr bindungsfreundig. Gerne binden sie sich an die Darmwand des Dünndarms. Durch diese Anbindung kann die Darmwand geschädigt werden, der Transport der Nährstoffe in den Körper wird beeinträchtigt. Ist die Darmwand porös geworden, gelangen Lektine in den Blutkreislauf, in dem sie ihren Weg zu anderen Organen fortsetzen. Durch die geschädigte Dünndarmwand gelangen nicht nur Lektine in den Kreislauf, sondern auch Toxine und Reste von Nährstoffen.

Was passiert im Körper

Der Körper wehrt sich, indem er versucht, die an den Organen gebundenen Lektine zu zerstören. Dabei greift er nicht nur den Feind an, sondern auch die gesunden Organe. Die Folge, der Mensch erkrankt. Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose und Fibromyalgie können entstehen.

Was ist Glutenunverträglichkeit?

Bei Glutenunverträglichkeit unterscheiden wir drei Arten: Glutensensitivität, Zöliakie und Weizenallergie. Werden Weizenallergie und Zöliakie als Diagnose ausgeschlossen, leidet der Betroffene unter Glutensinsitivität. Diese Überempfindlichkeit auf Gluten kann in jedem Alter auftreten, wobei es sich meist nur um eine vorübergehende Überempfindlichkeit handelt, die nach einiger Zeit vorübergeht.
Anders verhält es sich bei Zöliakie. Dies ist eine Autoimmunerkrankung, die dauerhaft erhalten bleibt. Symptome wie Durchfall, Erbrechen und Appetitlosigkeit sowie Bauchschmerzen und ein aufgeblähter Bauch begleiten die Krankheit. Der Betroffene ist dauerhaft auf eine glutenfreie Diät angewiesen; eine medikamentöse Behandlung ist in der Regel nicht notwendig. Bei der Weizenallergie sind die Proteine, die im Weizen enthalten sind, ursächlich. Die Behandlung ist unterschiedlich und entsprechend der Ursache.

Wie erkennt man die Glutenunverträglichkeit?